Die Geschichte des Heimatvereins

Erste Anfänge der Heimatarbeit reichen bis in die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg. Der Heimatgedanke war durch den Missbrauch im eben zugrunde gegangenen Dritten Reich ziemlich in Misskredit geraten; doch es gab besonnene Bürger, die ihn in rechter Weise wieder beleben wollten. Das älteste Dokument aus dieser Zeit ist ein Rundschreiben vom 01.04.1952, das folgendermaßen beginnt:

“Der Heimatverein Ennigerloh ist durch unseren Bürgermeister Herrn Rudolf Hischmann ins Leben gerufen worden. Der Kreisheimatpfleger Herr Zahnarzt Dr. Jürgenhake aus Beckum gab die Richtlinien des Vereins bekannt.”

Aus dem kleinen Kreis Interessierter im Saal Groyen wurde ein Vorstand gewählt mit Ing. Willi Höner an der Spitze. Es gab sogar einen Wanderwart und einen Jugendwart, aber die Aktivitäten des Vereins beschränkten sich auf gelegentliche Rundschreiben, in denen Willi Höner aus der Geschichte Ennigerlohs erzählte. Der gebürtige Ennigerloher war als Ingenieur in Amerika und in der deutschen Flugzeugindustrie tätig gewesen und nach dem verlorenen Krieg nach Hause zurückgekehrt. Dort entdeckte er seine Liebe zur Geschichte, und in den folgenden Jahren konnte er intensiv in den von ihm entdeckten Quellen studieren. Seine Forschungen waren der Grundstock für alles Folgende, einschließlich des im Jahre 1983 erschienenen Heimatbuches von Schmieder und Helmert
“Ennigerloh, Geschichte einer münsterländischen Gemeinde”.
Willi Höner fühlte sich selbst nicht berufen und in der Lage , seine Erkenntnisse in eine zusammenhängende und lesbare Form zu gießen, ebenso wenig auch den jungen Verein zu Wachstum und Lebendigkeit zu führen. Auch war den übrigen Mitgliedern in den Jahren des Wiederaufbaus und des Wirtschaftswunders wohl anderes wichtiger , sodass der Verein allmählich sanft entschlief.

Die Zementmuschel von Ennigerloh

Die Idee war aber nicht ganz untergegangen, zumal auch in Ennigerloh interessierte Bürger von den Aktivitäten in den Nachbargemeinden erfuhren.

20 Jahre später waren die Aussichten günstiger:
Wieder gab der Saal Groyen die Kulisse für eine Gründungsversammlung her. War beim ersten Versuch noch ein Hauch von Führerprinzip zu spüren (wenigstens im Protokoll), 1975 ging es ganz demokratisch und juristisch einwandfrei zu mit der Wahl eines Vorstandes und eines Beirats sowie der Verabschiedung einer Satzung. Das Vereinsleben bekam Struktur durch regelmäßige, über das ganze Jahr verteilte Veranstaltungen:

Die Monatstreffs, auf denen jeweils alle anliegenden Probleme und Pläne für jedermann zugänglich besprochen wurden, sowie die monatlichen Pättkesfahrten, zu denen ebenfalls jeder Interessierte eingeladen ist.

Im Laufe der Zeit wurde das Programm immer vielfältiger durch heimatkundliche Diavorträge, plattdeutsche Abende, ganztägige Ausflüge mit Bus und/oder Fahrrad, später durch Wanderungen in die nähere und weitere Umgebung.

Nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten ist ein weiteres starkes Zugpferd dazugekommen: der jährliche 4-Tages Bus-Ausflug in eines der neuen Bundesländer.

Neuerdings werden auch grenznahe Gebiete im benachbarten Ausland oder alte Bundesländer besucht.

Inzwischen ebenfalls schon traditionell ist die Rosenmontagswanderung für Karnevalsmuffel und der Neujahrsspaziergang in der Stadt, besonders in Neubaugebiete.

Die Zementmuschel von Ennigerloh

Kleines Drubbelhaus ZeichnungGanz wichtig für das Zusammengehörigkeitsgefühl im Verein ist die Tatsache, dass gleich im Jahre der Gründung ein Haus als Mittelpunkt zur Verfügung stand. Das “Kleine Drubbelhaus”, von Andreas J. Rottendorf vor dem Abbruch bewahrt, war bis 1976 als Altentagesstätte genutzt worden. Als diese dann in ein größeres Haus am Kirchplatz umzog, war hier Raum für den Heimatverein. Die Renovierungsarbeiten 1997/1998 gaben dem Verein die Gelegenheit, die Raumverhältnisse für eine bessere Nutzung zu ändern. Eine erstaunlich große Gruppe von Praktikern war seinerzeit im Einsatz und steht auch heute noch zur Verfügung, wenn irgendwo Hand angelegt werden muss. Seit der von der Bevölkerung gut angenommene Weihnachtsmarkt in unmittelbarer Umgebung des Hauses im Drubbel abgehalten wird, macht der Heimatverein Tatkräftig dabei mit und nutzt die gute Gelegenheit zur Darstellung und Kontaktaufnahme mit interessierten Besuchern.

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Im Kleinen Drubbelhaus befindet sich ein Archiv, das aus folgenden Abteilungen besteht:

  1. Einer recht umfangreichen Bibliothek mit ca. 350 Büchern und Zeitschriften zu den Themen
    a) Westfalen
    b) Kreise Beckum und Warendorf
    c) Rheinland und sonstige benachbarte Länder
    d) Plattdeutsche Literatur
    e) Ennigerloh
  2. Alle Notizen von Willi Höner die lokale Geschichte betreffend(Hauptquelle für das Heimatbuch von Schneider/Helmert “Ennigerloh, Chronik einer münsterländischen Gemeinde”)
  3. Filme, Videos, Dias, Fotos und Tonbänder zu Ennigerloh und Westfalen
  4. Sammlung alter Urkunden und Erinnerungsstücke
  5. Sammlung fossiler Funde aus Sandkuhlen und Steinbrüchen in Ennigerloh
  6. Sammlung von Presseberichten über Ennigerloh
  7. Sammlung zur Stadtgeschichte Ennigerlohs
  8. Verschiedenes

Die Zementmuschel von Ennigerloh

Seit der Gründung im November 1975 (Eintragung in das Vereinsregister) können wir auf eine kontinuierliche Zunahme der Mitgliederzahlen zurückblicken:
Auf der ersten Versammlung haben sich 70 Teilnehmer spontan für ein Mitgliedschaft entschieden. 1985 hatte sich die Zahl der Mitglieder mit 147 bereits mehr als verdoppelt. 10 Jahre später war mit 335 Mitgliedern ein noch größerer Zustrom zu verzeichnen, und im Jahre 2002 wurde die Grenze von 400 überschritten.

Die Zementmuschel von Ennigerloh

Grundsätzlich steht der Verein jedermann offen, wenngleich die Erfahrung zeigt, dass sich besonders Frauen und Männer um die Lebensmitte angesprochen fühlen. Wenn auch Sie meinen, dass unsere Ziele und Aktivitäten eine Unterstützung wert sind, wenn Sie sich wohl fühlen wollen im Kreise von Gleichgesinnten, bedienen Sie sich der Beitrittserklärung, die Sie online abrufen können, oder besuchen Sie uns auf einer der zahlreichen Veranstaltungen. Sie können auch ganz unverbindlich donnerstags zwischen 10.00 Uhr und 12.00 Uhr mit uns im “Kleinen Drubbelhaus” Kontakt aufnehmen!

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